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Wirtschaft

19,2 Prozent der Kernerwerbstätigen in NRW waren 2025 atypisch beschäftigt

Datengrafik: 19,2 Prozent beziehungsweise 1,47 Millionen von 7,65 Millionen Kernerwerbstätigen in NRW waren 2025 atypisch beschäftigt.
Daten: IT.NRW · Grafik: LandesJournal

Beitragsbild: Daten: IT.NRW · Grafik: LandesJournal

Knapp ein Fünftel der Kernerwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen war 2025 atypisch beschäftigt. Nach Erstergebnissen des Mikrozensus, die IT.NRW am Montag veröffentlicht hat, traf dies auf rund 1,47 Millionen Menschen zu. Insgesamt zählte die Statistik 7,65 Millionen Kernerwerbstätige. Die Quote lag damit bei 19,2 Prozent und nur geringfügig über dem Wert von 19,1 Prozent im Jahr 2024.

Als Kernerwerbstätige gelten in dieser Auswertung Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die sich nicht in schulischer oder beruflicher Ausbildung, in einem Studium, in einem Freiwilligendienst oder in einer vergleichbaren Übergangsphase befinden. Die Abgrenzung soll den Kern des Arbeitsmarktes erfassen. Sie ist deshalb enger als die Gesamtzahl aller Menschen, die irgendwann im Berichtszeitraum einer Erwerbstätigkeit nachgingen.

Unter atypischer Beschäftigung fasst IT.NRW mehrere Formen zusammen: Teilzeitarbeit mit höchstens 20 Wochenstunden, befristete Beschäftigung, geringfügige Beschäftigung und Zeitarbeit. Maßgeblich ist jeweils die Haupttätigkeit. Die Kategorien beschreiben Beschäftigungsverhältnisse, die von einer unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle oder einer Teilzeitstelle mit mehr als 20 Wochenstunden abweichen.

Datengrafik: atypische Beschäftigung in NRW 2025 bei unter 25-Jährigen 34,2 Prozent, Frauen 27,6 Prozent und Männern 11,7 Prozent.
Daten: IT.NRW · Grafik: LandesJournal

Die einzelnen Formen dürfen nicht zusammengerechnet werden. Eine Person kann beispielsweise zugleich befristet und mit höchstens 20 Wochenstunden beschäftigt sein. Solche Überschneidungen führen zu Mehrfachzuordnungen innerhalb der Untergruppen, während die Gesamtquote jede betroffene Person nur einmal berücksichtigt. Die ausgewiesenen Einzelwerte erklären daher Strukturen, ergeben addiert aber keine zusätzliche Gesamtsumme.

Besonders deutlich unterscheiden sich die Anteile zwischen Frauen und Männern. Von den weiblichen Kernerwerbstätigen waren 27,6 Prozent atypisch beschäftigt, bei den männlichen waren es 11,7 Prozent. Die Statistik beschreibt damit die Verteilung der Beschäftigungsformen. Sie erklärt nicht automatisch, aus welchen persönlichen, betrieblichen oder familiären Gründen ein bestimmtes Arbeitsmodell gewählt oder angeboten wurde.

Auch das Alter spielt in den Ergebnissen eine Rolle. Unter den Kernerwerbstätigen unter 25 Jahren lag der Anteil atypisch Beschäftigter bei 34,2 Prozent. Damit war in dieser Altersgruppe gut jeder Dritte betroffen. Der Wert darf nicht auf alle jungen Menschen übertragen werden, weil Schülerinnen, Schüler, Studierende und Personen in Ausbildung nach der verwendeten Definition nicht zu den Kernerwerbstätigen zählen.

Unterschiede zeigt die Auswertung außerdem nach beruflichem Bildungsabschluss. Bei gering qualifizierten Kernerwerbstätigen lag die Quote bei 35,2 Prozent. Für Personen mit mittlerer Qualifikation nennt IT.NRW 18,2 Prozent, für Hochqualifizierte 14,3 Prozent. Auch diese Werte beziehen sich jeweils auf die entsprechende Gruppe und sind nicht miteinander oder mit den Geschlechter- und Alterswerten zu addieren.

Atypische Beschäftigung ist kein automatisches Synonym für prekäre oder unfreiwillige Arbeit. Ein befristeter Vertrag, eine kurze Teilzeit oder eine geringfügige Tätigkeit kann je nach Lebenssituation bewusst gewählt, vorübergehend oder wirtschaftlich belastend sein. Die vorliegenden Zahlen messen die Vertrags- und Arbeitszeitformen, nicht die Zufriedenheit, das Einkommen oder den individuellen Wunsch nach mehr Arbeitsstunden.

Für eine Bewertung der Arbeitsbedingungen wären deshalb weitere Angaben nötig, etwa zu Löhnen, sozialer Absicherung, Vertragsdauer, gewünschter Arbeitszeit und Übergängen in andere Beschäftigungsformen. Die aktuelle Mitteilung von IT.NRW konzentriert sich auf Umfang und Verteilung atypischer Beschäftigung. Sie erlaubt einen landesweiten Strukturvergleich, aber keine Aussage über die konkrete Lage jeder einzelnen beschäftigten Person.

Grundlage sind Erstergebnisse des Mikrozensus 2025. Der Mikrozensus ist eine amtliche Haushaltsbefragung, mit der regelmäßig Daten zur Bevölkerung und zum Arbeitsmarkt erhoben werden. Erstergebnisse können später noch präzisiert werden. LandesJournal übernimmt daher die von IT.NRW veröffentlichten Werte und kennzeichnet den vorläufigen Ergebnisstand ausdrücklich.

Die neue Arbeitsmarktzahl ergänzt andere aktuelle Wirtschaftsstatistiken aus Nordrhein-Westfalen. Zuletzt hatte IT.NRW unter anderem über die stark gewachsene Produktion von Katzenfutter berichtet. Beide Meldungen beruhen auf unterschiedlichen statistischen Grundlagen und behandeln getrennte Bereiche: einmal die Struktur der Beschäftigung, einmal die industrielle Produktion.

Für die Einordnung bleibt vor allem der nahezu unveränderte Gesamtanteil wichtig. Zwischen 2024 und 2025 stieg die Quote atypischer Beschäftigung nach den Erstergebnissen um 0,1 Prozentpunkte. Deutlich größer als diese Veränderung sind die Unterschiede zwischen Alters-, Geschlechter- und Qualifikationsgruppen. Genau dort zeigt die Statistik, wie ungleich verschiedene Beschäftigungsformen über den NRW-Arbeitsmarkt verteilt sind.

Mehr zum Thema: NRW produzierte 2025 mehr Katzenfutter.

Quelle und Transparenz

Primärquelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW): NRW: Knapp ein Fünftel der Erwerbstätigen war 2025 atypisch beschäftigt

Quellenstand: Quelle: IT.NRW, Erstergebnisse des Mikrozensus 2025, veröffentlicht am 10. August 2026; von LandesJournal am 10. August 2026 gegen 22.10 Uhr geprüft.

Zuletzt redaktionell geprüft: 11. August 2026, 00.53 Uhr

News mit Hilfe von KI erstellt. Fakten und Primärquelle wurden redaktionell geprüft.

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