Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild
Nordrhein-Westfalen stellt Wesseling, Lohmar und Bocholt zusammen bis zu 270.000 Euro für drei Modellprojekte an Schulstraßen bereit. Die Kommunen sollen mit digitalen und automatisierten Zufahrtskontrollen erproben, wie zeitweise Sperrungen besser durchgesetzt werden können. Die Förderung betrifft klar umrissene Versuche; eine landesweit fertige Technik oder ein flächendeckender Ausbau ist damit nicht beschlossen.
Schulstraßen werden zu den Bring- und Abholzeiten vorübergehend für den motorisierten Verkehr gesperrt. Nach Angaben des Landes sind derzeit 93 solcher Straßen in Nordrhein-Westfalen eingerichtet. 19 weitere sollen voraussichtlich noch 2026 folgen. Die Zahl beschreibt bestehende und angekündigte kommunale Maßnahmen, nicht die Verbreitung der nun geförderten digitalen Systeme.
Poller, Schranke und digitale Zugänge
Für Wesseling sind zwei automatisch versenkbare Poller vorgesehen. Sie sollen die Zufahrt physisch sperren, während eine Kennzeichenerkennung berechtigte Fahrzeuge identifiziert und die Durchfahrt ermöglicht. Welche Fahrzeuge berechtigt sind, wie die Daten verarbeitet werden und wann die Anlage den Betrieb aufnimmt, führt die Landesmitteilung nicht aus. Diese Punkte bleiben Teil der kommunalen Umsetzung.

Grafikinhalt: Infografik mit den drei geförderten Modellen für digitale Schulstraßen in Wesseling, Lohmar und Bocholt. Grafik in Originalgröße öffnen.
In Lohmar soll rund um eine Schule eine digitale Schranke mit Kennzeichenerkennung und visuellen Warnsystemen aufgebaut werden. Das System ist für die Hauptzufahrt gedacht. Zugleich soll der Verkehr auf der Hauptzufahrt geregelt und Rückstau auf Nebenstraßen vermieden werden. Ob dieses Ziel erreicht wird, muss die angekündigte Begleitung des Modellprojekts zeigen.
Bocholt plant ein appbasiertes Zugangssystem mit digitalen Durchfahrtsgutscheinen. Ergänzend sollen berechtigte Fahrzeuge per RFID erkannt werden, einer kontaktlosen Funktechnik, wie sie auch bei Karten eingesetzt wird. Der Ansatz unterscheidet sich damit von den baulichen Sperren in Wesseling und Lohmar. Angaben zur Zahl der Zugänge oder zu Nutzergruppen enthält die Quelle nicht.
Praxistest statt fertiger Standardlösung
Der Förderwettbewerb richtete sich an Kommunen, die Schulstraßen zeitweise nicht allein durch Schilder, sondern technisch sichern wollten. Die drei ausgewählten Vorhaben sollen begleitet und ausgewertet werden. Entscheidend ist damit nicht nur, ob Poller, Schranke und Zugangssystem funktionieren, sondern auch, welche Lösung sich im täglichen Schulverkehr bewährt und auf andere Orte übertragen lässt.
Seit der landesweiten Erhebung im August 2025 kamen nach Ministeriumsangaben 42 Schulstraßen hinzu. 83 wurden seit einem Erlass des Verkehrsministeriums eingerichtet, zehn weitere bestanden bereits zuvor als Pilotprojekte. Etwa 60 Kommunen haben sich mit konkreten Fragen an die Koordinierungsstellen des Zukunftsnetz Mobilität NRW gewandt. Daraus folgt noch keine Umsetzung an allen diesen Orten.
Der Erlass gilt seit Januar 2024 und beschreibt, wie Kommunen Schulstraßen nach geltendem Verkehrsrecht einrichten können. Das Ministerium empfiehlt außerdem, bei neuen Projekten Elternhaltestellen zu prüfen, von denen Kinder den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Für die drei Digitalprojekte nennt die Mitteilung weder einzelne Fördersummen noch verbindliche Fertigstellungstermine oder Ergebnisse zur technischen Zuverlässigkeit.
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Quelle und Transparenz
Primärquelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen fördert digitale Schulstraßen in Wesseling, Lohmar und Bocholt
Quellenstand: 31. August 2026
Zuletzt redaktionell geprüft: 31. August 2026, 15.35 Uhr
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