Essen. Im Ermittlungskomplex „Troja“ haben rund 1.700 Steuer-, Zoll- und Polizeifahnder am Dienstag, 29. September, rund 160 Durchsuchungsbeschlüsse in 19 Ländern sowie im Vereinigten Königreich vollstreckt. Eine kriminelle Organisation soll über eine Million gebrauchte Mobiltelefone führender Hersteller als Neuware verkauft haben. Das teilte das Zollfahndungsamt Essen am Dienstag, 29. September, mit.
Bereits am Samstag, 26. September, wurden laut Mitteilung sieben Haftbefehle in Österreich, Deutschland und Spanien vollstreckt, darunter gegen die beiden mutmaßlichen Anführer der Organisation.
Das Vorgehen
Nach Angaben der Ermittler sollen die Geräte in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus gebrauchten Bauteilen zusammengebaut, gereinigt und als neue Telefone verpackt worden sein. Über die Niederlande seien sie in Lager in Deutschland gelangt und dann über Online-Marktplätze an Kunden in der gesamten EU verkauft worden. Briefkastenfirmen sollen seit 2018 eine Sonderregelung der Umsatzsteuer für Wiederverkäufer missbräuchlich angewandt haben.
Der geschätzte Betrugsschaden für Verbraucher liegt laut Zoll bei mindestens 300 Millionen Euro. Der Mehrwertsteuerausfall in mehreren EU-Staaten wird auf 30 Millionen Euro beziffert, allein in Deutschland auf mindestens 25 Millionen Euro.
Ermittlungen aus NRW
Das Zollfahndungsamt Essen koordiniert die Maßnahmen gemeinsam mit der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO), dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW und der Polizei Düsseldorf. Die Ermittlungen leitet die Europäische Staatsanwaltschaft in Köln. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Zollfahndungsamt Essen und Europäische Staatsanwaltschaft, Mitteilung vom 29. September 2026.
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